Der heutige Tag ein grosser Erfolg, zufriedene und sehr glueckliche Paten, die grosses Interesse daran haben, hier Projektarbeit zu unterstuetzen. Wunderbare Eindruecke und viele Emotionen! Heute gibt es 2 Berichte: Einmal von Paten, die ihr Kind getroffen haben; und einmal von einer Patin, die als "Zuseherin" fungierte.
Elfi
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Endlich ist der große Tag gekommen! Der Besuch im ersten Area Development Programme (ADP) von World Vision in Swaziland: Gilgal. Strahlender Sonnenschein begrüßt uns. Bereits im Frühstücksraum haben so manche Patinnen und Paten ihre Geschenke für die Patenkinder und die Projekte bei sich – in Säckchen, Taschen und kleinen Rucksäcken. Ein Pate erweckt mit seinen beiden vollen Reisetaschen beinahe den Eindruck, schon wieder abreisen zu wollen...
Wir werden vom regionalen World Vision (WV) Team sehr herzlich begrüßt. Es ist das erste Mal, dass sie eine so große Gruppe zu Besuch haben, und sie freuen sich sehr darüber. Das Projekt Gilgal umfasst 18.500 EinwohnerInnen in 2.500 Haushalten, wobei 30% der Bevölkerung jünger ist als 18 Jahre. Auf dem Weg zum Projekt Gilgal wird der Wunsch eines Paten, noch Süßigkeiten für sein Patenkind zu besorgen, sofort von der Gruppe aufgegriffen und zu einem gemeinsamen Einkauf von Lebensmitteln erweitert. 1150 Rand (rund 100 €) werden spontan eingesammelt und mit Hilfe des regionalen WV Teams zwei große Einkaufswägen für die Projekte Gilgal und Lubulini gefüllt.
Die Projekttour beginnt in einem Neighbourhood Care Point (NCP), einer Kindertagesstätte für Aids-Waisen, in der die Kinder nicht nur betreut werden, sondern auch ersten Unterricht bekommen. Rund zwanzig kleine Kinder – noch ein wenig verschreckt – und einige sehr freundliche Damen erwarten uns. Endlich können wir unsere ersten Geschenke verteilen. Viele Fotos werden geschossen, bei manchen PatInnen kann schon die eine oder andere Träne entdeckt werden.
Leider vergeht die Zeit viel zu schnell und wir fahren weiter zum Treffpunkt mit unseren Patenkindern. In einem großen Zelt sitzen bereits deren Begleitpersonen, doch von den Kindern gibt es noch keine Spur. Wir werden wieder sehr freundlich und herzlich willkommen geheißen und der ADP-Manager beschreibt die vier großen Arbeitsschwerpunkte des Gilgalprojektes: Wasserversorgung, Nahrung, Bildung und Gesundheitsvorsorge inklusive HIV/Aids-Aufklärung.
Im Anschluss daran - wir können es kaum noch erwarten – öffnet sich plötzlich eine Zeltwand und gibt den Blick auf eine Reihe von Kindern frei. Mit ernsten Gesichtern und Namensschildern in der Hand warten sie auf ihre Patinnen und Paten. Es ist ein sehr bewegender Moment, zum ersten Mal das Patenkind von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Tränen der Freude und Rührung sind nicht mehr zu halten. Mit den Kindern an der Hand gehen wir wieder in das Zelt zurück und setzen uns mit den Begleitpersonen und MitarbeiterInnen von WV gruppenweise zusammen. Geschenke werden übergeben, mit Hilfe der ProjektarbeiterInnen und manchmal auch mit Händen und Füßen versuchen wir möglichst viel über unsere Patenkinder und deren Familien zu erfahren. Bald sieht man auch schon Kinder lachen und mit ihren PatInnen gemeinsam spielen.


und endlich
öffnet sich
der Vorhang...

Trotz der unterschiedlichen Kulturen und Sprachen fühlen wir uns mit den Kindern und deren BegleiterInnen sehr verbunden. Ein gemeinsames Mittagessen und ein Abschiedslied der Kinder runden die Stunden mit unseren Patenkindern ab. Wir werden noch zum Bus begleitet und mit strahlenden Gesichtern und winkenden Händen herzlich verabschiedet. Wunderschöne und sehr berührende Stunden finden nun leider ihr Ende.
Der Weg führt uns weiter zu vier sehr interessanten Projekten in Gilgal: ein HIV/Aids-Projekt, in dem Jugendliche andere Jugendliche beraten und begleiten; ein Wasserprojekt, das Trinkwasser für 250 Haushalte liefert; ein landwirtschaftliches Projekt, bei dem eine dürreresistente Getreideart an Stelle von Mais angebaut wird; und ein zweiter Neighbourhood Care Point (NCP) für Waisenkinder, der in Kooperation mit einer christlichen Kirche geführt wird. Auch bei diesen Besuchen treffen wir sehr freundliche und offene Menschen und viele vergnügte, wenn auch offensichtlich arme Kinder.
Das Lachen in den Gesichtern der Kinder, die Freude und auch die Hoffnung der Menschen bleiben in Erinnerung. Und so manches ach so wichtige Problem unseres Alltags in Österreich relativiert sich sehr rasch beim Anblick einer Armut, in der sauberes Wasser und tägliche Nahrung keine Selbstverständlichkeit sind. Es ist gut, zumindest einen kleinen Beitrag für ein besseres Leben einiger Menschen leisten zu können.
Bericht: Judith und Gerhard Brunner.
Wir haben unsere beiden Patenkinder Chamkile und Mfanukhona getroffen
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7:00 Uhr: Fruehstueck an einem der aufregensten Tage dieser Reise. Wir fahren ins Gilgal Projekt, wo 16 Paten und Patinnen unserer Gruppe zum ersten Mal ihre Patenkinder sehen werden. Beim Fruehstueck hat mir Gizella schon gestanden, sie ist schon so aufgeregt und hat Herzklopfen wie beim ersten Rendevous.
Schon jetzt herrscht etwas Hektik beim Aufpumpen der restlichen Fussbaelle. Ein 1. Erfolgserlebnis – fuenf fehlende Koffer sind eingelangt, davon welche mit den Spielsachen fuer die Kinder. Nach der Begruessung der World Vision Mitarbeiterin von Swasiland geht es zum naechsten Supermarkt um fuer die Patenkinder und das Projekt Lebensmittel zu besorgen. Gesammelte 1.150 Rand haben wir zur Verfuegung und Dank Walters Kopfrechnung schaffen wir es in einer 1/2 Stunde zwei grosse Supermarktwaegen mit Obst, Reis, Mehl, Zucker, Gemuese und Suessem um 1.080 Rand anzufuellen. Der Projektmanager hat uns davor am Ende seiner Begruessung gesagt: “Dieser Tag ist fuer mich wie Weihnachten”.

Erster Besuch in einer Kindertagesstaette: 40-50 Kinder sind dort, die entweder einen oder zwei Elternteile verloren haben. Dieses Projekt laeuft seit ca. 1 Jahr. Die ersten beruehrenden Momente waren uns allen ins Gesicht geschrieben, und so manche Traenen wurden hinter Sonnenbrillen versteckt. Es wurden Plueschtiere, Kugelschreiber, Luftballone in die kleinen Haendchen gedrueckt und es schien, als würden die Kinder ihre Faeustchen nie mehr aufmachen wollen. Grosse Augen sahen in unsere, wahrscheinlich viel zu grossen, weissen Gesichter. Sie waren nicht nur staunend, lachend, fragend, sondern auch aengstlich und ueberfordert. Aufgeblasene Luftballone und Seifenblasen brachten viel Gelaechter ins Geschehen und auch die Schuechternen begannen aufzutauen. So mancher von uns wagte ein vorsichtiges “ueber den Kopf streichen”, noch schnell vorm Abschied nehmen, so als koennte man sich ein wenig von ihnen mitnehmen.

Aber Elfis mahnender Ton gewann dann doch wieder die Oberhand, und unter staendigem Winken nahmen wir zum ersten Mal Abschied. Nahe dem Kindergarten steht eine Muehle, die auch von World Vision gesponsert wird. Die Menschen kommen manchmal auch von weit her, um ihr Korn zu mahlen. Zurueck gehts wieder ueber den Fluss, zu welchem auch hier die Menschen bis zu 15 km zuruecklegen müssen, um Wasser in Kanistern zu holen.
Jetzt erreicht die Spannung ihren Hoehepunkt, denn es naht das Treffen mit den Patenkindern. Neben dem Buero von World Vision ist ein grosses Zelt aufgebaut, in welchem bereits die Eltern der Kinder Platz genommen haben. Auch wir setzen uns dazu, werden willkommen geheissen, es wird alles Vorgetragene ins Englische, Siswati und Deutsche uebersetzt. Es wird über das Projekt, die Arbeit von World Vision und die Schwerpunkte, die sich World Vision zur Aufgabe gemacht hat, erzählt.
Danach wird das Zelt auf einer Seite geoeffnet und wieder (denn so habe ich es schon einmal erlebt) stehen aufgereiht Kinder mit Namensschild und grossen Augen vor uns. Ich sehe die ersten geroeteten Augen bei unseren Paten. Nach der ersten Kontaktaufnahme, die bei manchen Kindern sehr zaghaft passiert, nehmen alle im Zelt Platz. Lauter kleine Grueppchen, bestehend aus Paten, Kindern, Eltern und bei den meisten auch World Vision Betreuer zum Uebersetzen. Langsam bahnt sich ueberall Kontakt an, denn Puppen werden an- und ausgezogen, Fussbaelle ausprobiert und Malversuche unternommen. In manchen Kindergesichtchen huscht immer mehr Laecheln, andere koennen sich lange nicht dazu entschliessen. Und doch ist zu spueren, dass Sympathie und menschliche Waerme das Fremdartige ueberwindet. Dass die Eltern und die Kinder spueren, wieviel uns daran liegt, sie ein wenig gluecklicher zu machen.
Das gemeinsame Mittagessen zeigt mir wieder, dass man auch mit einem Papierteller und einem mit Liebe zubereiteten Essen gluecklicher sein kann, als mit einem 10 Gang Menue. Nun laesst es sich, nachdem wir zum Abschied ein wunderschoenes Staendchen bekamen, keiner nehmen, die verschiedensten Souvenirs zu kaufen, die in Handarbeit von den Swasis gefertigt wurden. Alles Schoene geht zu Ende, so ist auch hier der Abschied gekommen. Ein Abschied, von dem wahrscheinlich jeder weiss, dass er fuer immer ist. Wir koennen in unseren Herzen nur bewahren, dass wir dazu beigetragen haben, Menschen ihr Leben ein wenig zu erleichtern.
Anschliessend besuchen wir eine Schule, wo uns zwei Maedchen, 15 und 16 Jahre alt, von ihrem Projekt erzaehlen, Aufklaerung ueber Aids in die Familien zu bringen. 40 Jugendliche sind daran beteiligt, die hoffen, somit auch die Jugend ueberzeugen zu koennen. Das Wasserprojekt koennen wir mit dem zu grossem Bus leider nicht besuchen, aber wir hoeren darueber, dass sich dieses Projekt selbst erhaelt durch den Vekauf des Wassers, welches die Familien nur fuer den Hausgebrauch verwenden sollen.
Danach besuchen wir Farmer, wo sich vier zusammen geschlossen haben, um den Anbau der Sorghum Pflanze (eine Hirseart) zu ermoeglichen, da diese Pflanze trockenresistenter ist als der Mais. Auch hier werden wir mit viel Gelaechter bei meinen Swasivokabeln und Walters Zeichnung im Sand – wo Austria – liegt, von Schulkindern umringt. Zu guter Letzt besuchen wir noch eine Kindertagesstaette auf einer Anhoehe, die World Vision gemeinsam mit der Kirche unterstuetzt. Die Betreuerinnen arbeiten dort unentgeltlich und bekommen dafuer Nahrungsmittel. Die kleinen Kinder werden von groesseren Geschwistern vor der Schule hingebracht und Abends wieder abgeholt – sofern es keine Eltern mehr gibt.
Mein Gott – in welchem Luxus leben wir und wie oberflaechlich sind dabei viele Menschen geworden. Ich bin noch mehr ueberzeugt, wie erfuellend und beglueckend es ist, zu teilen und nicht wegzuschauen, wo die Not am groessten ist.
Bericht: Susanne Grossebner
Ich treffe mein Patenkind morgen im Projekt Lubulini