Zwei Patenberichte vom Patentreffen in Lubulini:
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Um 5:30 Uhr kräht der Hahn zum ersten Mal. Um 6:45 Uhr folgt der telefonische Weckruf.
Ein prachtvoller Sonnentag begrüßt uns im TUM`S GEORGE HOTEL/Manzini. Gemütliches Frühstück mit Gesprächen übers Gestern und Vorfreude auf das Kommende. Pünktlich um 8:20 Uhr holt Pieter den Bus vom Hotelhof. Wonderboy verabschiedet uns auf Deutsch. Elfi gibt den Tagesablauf in bewährter professioneller Manier durch. Zuerst fahren wir zu einer Grundschule, anschließend schauen wir eine Wasserstelle an und ein Neighbourhood Care Point (NCP) - eine Tagesbetreuungstätte für Waisenkinder. Das ADP-Büro und ein Treffen mit den Patenkindern ist anschließend geplant.
Die Reise führt uns vorbei an den gestern besuchten Orten und dauert 1 ½ Stunden. HügeligeLandschaft, welche sich sehr grün gekleidet hat, täuscht über die Kargheit des Sandbodens und die Trockenheit. Unbestellte Felder erzählen vom Mangel an Wasser und menschlichen Ressourcen. Schilfgedeckte Rundhütten ducken sich neben neuzeitlichen Ziegelhäusern mit Wellblechdeckung. Unberührte Naturlandschaft steht mit dem auch hier präsenten Zivilisationsmüll, der das kleinste Anwesen ziert, im umschönen Kontrast.
9:00 Uhr steigt an der Wegkreuzung beim WSIP DAM Pinky von World Vision (WV) zu. „Pinky Numan“ als Nachfolgerin von „Champion“ ist seit 2 Wochen im Amt.
In Lubulini leben 19.377 Menschen in 9 Gemeinden, davon sind 1020 Kinder als Patenkinder registriert, wobei 327 Kinder noch keine Paten haben. Seit 3 Jahren wird aufgebaut, seit dem letzten Jahr werden Patenschaften vergeben.
Herausforderung Nr. 1 ist die Wasserknappheit. Lubulini liegt in der Trockenebene von Swasiland, Menschen teilen das Wasser mit den Tieren.
2. Herausforderung ist die Nahrungsversorgungsknappheit. Menschen hängen stark vom Nahrungsverteilungsprogramm des World Food Programm (WFP) ab.
3. Problem ist HIV/AIDS. Wegen Überfüllung der Krankenhäuser werden viele Patienten in die häusliche Pflege entlassen. Pinky hat schon 5 Jahre Erfahrung im WV-Projekt Gilgal, besonders für HIV/AIDS.
4. Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit. Kleinkriminalität und Drogenhandel steigen.
Die bisherigen Errungenschaften sind die Fertigstellung des Lehrerzimmers, in der Schule – WV hat das Dach finanziert und das Ausmalen der Schule. Zwei Bohrlöcher wurden erfolgreich gebohrt und funktionieren zur hohen Zufriedenheit der Anwohner. Zweitens wurden für zwei Schulen Tische und Stühle angekauft, damit die Schüler nicht am Boden sitzen oder auf den Knien ihre Aufgaben in die Schulhefte schreiben müssen.
Pinky und Elfi bereiten uns auf das Treffen vor, da die Kinder klein sind und noch nie weiße Menschen gesehen haben.Wir kommen ins „Lowveld“, wo die Vegetation sichtbar verdorrte Felder und nur noch niedrige Buschgruppen hervorbringt.
10:00 Uhr: Stop beim ADP-„Office“ und der Schule. Wir werden von WV mit Wasser & Bananen als Gastgeschenk begrüßt. Weiter zur NTUTHWAKAZI Grundschule mit über 300 Schülern. Eine Lehrerin mit strahlend roter Perücke begrüßt uns und nimmt auch die Geschenke entgegen. Motivierte und freundliche kleine Schüler singen und tanzen ein Lied, das Lehrerzimmer wird besichtigt.
Weiter geht es zum Wasserprojekt, dann reißt beim Bus der Keilriemen. 20 Minuten später geht es weiter zum NCP. Bisher der schlechteste Pfad für den Bus. Wir stoppen und gehen ca. 10 Minuten zu Fuß zum Treffpunkt, wo wir Familien mit kleinen Kindern unter Bäumen sitzend antreffen. Solotanzvorführungen mit rythmischem Klatschen begrüßen uns. Dann folgt die Essenausgabe für die Kleinen. Es gibt einen Teller gekochter Hirse mit Linsensauce. Mit dem Bus weiter zur „freundlicheren“ Strasse. KRACH, der Bus sitzt vorne auf!! Alle aussteigen, Bus erleichtern über die Bodenwelle. Weiter geht es zum Treffpunkt mit den Kindern.
Endlich da! Die Spannung steigt! Wir werden in einem blau-weißem Zelt im Schulhof neben der Straße erwartet. Hauptsächlich Frauen. Jeder nimmt sich seine Geschenke und geht Richtung Zelt. Dort werden wir mit einem afrikanischen Gejohle empfangen. Manche Frauen tanzen, es ist eine Freude ihnen zuzusehen. Dieser, unser Besuch ist nicht nur für uns ein Ereignis. Es rührt ALLE zu Tränen. Wir nehmen alle Platz und werden noch mal sehr herzlich vom Leiter der Gemeinde empfangen.
PatenInnen
und
Patenkinder
PatenInnen
und
Patenkinder
Dann kommen die Kinder! Sie tanzen uns was vor und dann geht es darum, sein Kind zu finden. Ich habe meinen kleinen Banjomusa (5 Jahre) sehr schnell gefunden. Er steht ganz still und schaut mich mit ganz großen Augen an. Er nimmt meine Hand und wir gehen gemeinsam mit einer schön gekleideten Dolmetscherin zur Mutter. Sie ist eine ganz schüchtern wirkende Person. Wir fragen sie natürlich über ihr Leben aus. Ihr Mann hat sie verlassen mit drei Kindern, ist aber wieder zurück gekommen. Sie geht jeden Tag 3x zum Wasser holen – 2 Kinder kommen mit. Sie trägt 20 Liter, die Kinder je nach Alter 5 – 10 Liter!
Unglaublich – Bonfumuses taut langsam auf. Wir malen gemeinsam und dann spielen wir Ball. Dann kommt das Essen. Er verschlingt Reis + Fleisch. Wir bekommen etwas Selbstgemachtes von den Familien, somit bekommen wir einen Eindruck, was sie so jeden Tag essen. Wir fragen die Mutter, ob sie etwas Besonderes braucht. Nach einiger Zeit haben wir schon einiges beisammen: eine Ziege, Schuhe, Schreibtruhe. Dinge, die ihre Existenz bedeuten. Das wird meine Sonderspende werden. Bald heißt es Abschied nehmen. Der Kleine ist zu sehr mit seinem Ball beschäftigt und die Mutter lässt uns „mit Gott gehen“.
Noch ein letzter Besuch im Büro, wo wir die allgemeinen Geschenke abgeben und auf geht`s. Die nächste Station ist ein Wasserloch, wo Mensch und Tier gemeinsam Wasser nehmen. Unglaublich was sich hier abspielt. Wenn wir das trinken würden! Undenkbar – aber es ist der Anfang eines gemeinsamen Projektes. Nun wird die Zeit knapp, wir müssen bald zur Grenze; Verkehr ist angesagt, da es Freitag ist. Aber zu unserer Überraschung ist niemand an der Grenze. Auf nach Dumazulu Village.
18:40 Uhr bei Dunkelheit Ankunft in der DUMAZULU LODGE. Alle lechzen nach einer warmen Dusche. Hier werden wir 2 Nächte bleiben.
Bericht von Beatrice Danninger und Walter Bödenauer
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Unsere Patenkinder in Swaziland
Kleine Kinder, die auf einer Strohmatte einen Teller mit Reis und Hirse essen – mit den Fingern, da es kein Besteck gibt. Manche Kinder tragen zerrissene und schmutzige Kleidung, aber sie waschen ihre Hände vor dem Essen. Immerhin ist eine Mahlzeit pro Tag etwas Besonderes. Eine Schultafel, auf der das ABC geschrieben steht. Sie lehnt an einem Baum für die Kinder, die sich im Schatten zusammenfinden, weil es kein Gebäude gibt. Aus ihren großen Kinderaugen blicken uns Traurigkeit, Hoffnung und Neugier entgegen. Uns zu Ehren tanzen und singen sie mit einer Begeisterung, die in diesem Umfeld unglaublich erscheint. Kleine Mädchen, die einen großen Eimer voll Wasser auf ihren Köpfen nach Hause tragen – von der Wasserstelle, die sie sich mit den Rindern teilen. Eigentlich sollte das Wasser abgekocht werden, aber manchmal ist der Durst bereits zu groß, um so lange zu warten. Kinder, die in der Schulklasse auf Ziegeln sitzen, weil es zu wenige Tische und Sessel gibt. Es gibt auch zu wenige Schulbücher und Hefte, aber es ist schon ein Privileg, überhaupt die Schule besuchen zu dürfen, denn das Schulgeld reicht nicht für alle Kinder.
Diese Eindrücke aus dem Projektgebiet Lubulini im Kopf, sehen wir unsere Patenkinder zum ersten Mal. Sie stehen da mit ihren großen Augen, fest ein Blatt in der Hand, auf dem die Namen der Patin oder des Paten stehen. Die Kinder tragen offensichtlich ihr schönstes Gewand, manche der Erwachsenen sogar die Swazi-Tracht, mit der sie ihren Respekt vor uns als ihren Gästen ausdrücken. Viele dieser Kinder haben noch nie hellhäutige Menschen gesehen, und eine gewisse Scheu dominiert zu Beginn. Mit den Gesprächen und vor allem beim Spielen tauen die Kinder aber dann langsam auf. Der erste Anflug eines Lächelns ist erkennbar, vor allem auch, wenn sie ihr eigenes Gesicht auf den Digitalkameras erkennen. Und dann ist es plötzlich da: ein strahlendes Lachen, bei dem ihre geradezu hundert blitzenden Zähne zu sehen sind.
PatenInnen
und
Patenkinder

PatenInnen
und
Patenkinder
Die Gespräche mit den Patenkindern und deren Begleitpersonen sind spannend und bewegend: Die Mutter unseres kleinen Patenkindes Mcebo, beinahe selbst noch ein Kind, wirkt zurückhaltend und sieht uns kaum in die Augen; zugleich schimmern Respekt, Neugier und Freude über die Geschenke und über die persönliche Anteilnahme in den Gesprächen durch. Der liebenswerte Umgang der Mutter mit ihrer kleinen Tochter, die uns jetzt auch schon schüchtern anlächelt, beeindruckt uns sehr. An Liebe und Fürsorge fehlt es den Menschen hier offensichtlich nicht. Mit Hilfe der aktiven und interessierten Projektmitarbeiterin ergeben sich spannende Gespräche. Nächstenliebe und Anteilnahme am Leben anderer Menschen, auch Interesse an uns und unserer Familie überwinden offensichtlich Grenzen, Kulturen und unterschiedliche Sprachen. Wir sind eigentlich Fremde und zugleich doch auch eine Art Freunde.
Das Kennenlernen mit den Patenkindern und ihren Begleitpersonen im Projektgebiet Gilgal war im Vergleich sehr ähnlich. Unsere beiden älteren Patenkinder wurden von ihren Vätern begleitet. Der Vater des kleinen Mädchens Chamkile trägt Swazi-Tracht, die er uns stolz zeigt, ebenso wie den Pfeffer, den er anbaut und auch verkauft. Er erzählt uns, was die Sonderspenden für die Familie bedeuten und dass vier seiner dreizehn Kinder in die Schule gehen können; eines davon ist unser Patenkind. Die Kleine blickt uns mit ernsten, großen Augen an und isst die ganze Zeit Äpfel und Kuchen, die wir mitgebracht haben.
Unser anderes Patenkind Mfanukhona, ein kleiner Junge, wird ebenfalls von seinem Vater begleitet. Er hat bereits seine Mutter und seine Schwester verloren und leidet selbst an einer Hautkrankheit, aufgrund derer er derzeit nicht in die Schule gehen kann. Aber er freut sich, wenn er bald wieder zum Unterricht darf. Beim Fußball spielen vergisst er all das, geht aus sich heraus und lacht.
Ob bei unseren Patenkindern, in einer Schule, in einer Tagesheimstätte oder einfach auf der Straße: Freundlichkeit und Freude sind in den meisten Gesichtern zu lesen. Aber auch Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit, die sich nicht in Worte fassen lassen.
Was ist es, was am meisten berührt? Die Kinder zu sehen, für die wir Patenbeiträge und Sonderspenden bezahlen und mit denen wir in Briefkontakt stehen, ist das Eine. Das Umfeld zu sehen, in dem diese Kinder leben, ist jedoch das Andere. Es ist eine Armut, die wir uns in unserer Wohlstandswelt nicht einmal annähernd vorstellen können. Hunger und Durst bestimmen den Tag, und dennoch strahlen die Menschen Wärme, Herzlichkeit und Gelassenheit aus, die bei uns immer seltener zu finden sind. Es gibt vieles, was wir von Afrika noch lernen können.
Judith und Gerhard
Wir haben unsere drei Patenkinder in Swaziland persönlich kennen gelernt: Mcebo (dreijähriges Mädchen), Chamkile (sechsjähriges Mädchen) und Mfanukhona (neunjähriger Bub)
PatenInnen
und
Patenkinder
Die Gespräche mit den Patenkindern und deren Begleitpersonen sind spannend und bewegend: Die Mutter unseres kleinen Patenkindes Mcebo, beinahe selbst noch ein Kind, wirkt zurückhaltend und sieht uns kaum in die Augen; zugleich schimmern Respekt, Neugier und Freude über die Geschenke und über die persönliche Anteilnahme in den Gesprächen durch. Der liebenswerte Umgang der Mutter mit ihrer kleinen Tochter, die uns jetzt auch schon schüchtern anlächelt, beeindruckt uns sehr. An Liebe und Fürsorge fehlt es den Menschen hier offensichtlich nicht. Mit Hilfe der aktiven und interessierten Projektmitarbeiterin ergeben sich spannende Gespräche. Nächstenliebe und Anteilnahme am Leben anderer Menschen, auch Interesse an uns und unserer Familie überwinden offensichtlich Grenzen, Kulturen und unterschiedliche Sprachen. Wir sind eigentlich Fremde und zugleich doch auch eine Art Freunde.
Das Kennenlernen mit den Patenkindern und ihren Begleitpersonen im Projektgebiet Gilgal war im Vergleich sehr ähnlich. Unsere beiden älteren Patenkinder wurden von ihren Vätern begleitet. Der Vater des kleinen Mädchens Chamkile trägt Swazi-Tracht, die er uns stolz zeigt, ebenso wie den Pfeffer, den er anbaut und auch verkauft. Er erzählt uns, was die Sonderspenden für die Familie bedeuten und dass vier seiner dreizehn Kinder in die Schule gehen können; eines davon ist unser Patenkind. Die Kleine blickt uns mit ernsten, großen Augen an und isst die ganze Zeit Äpfel und Kuchen, die wir mitgebracht haben.
Unser anderes Patenkind Mfanukhona, ein kleiner Junge, wird ebenfalls von seinem Vater begleitet. Er hat bereits seine Mutter und seine Schwester verloren und leidet selbst an einer Hautkrankheit, aufgrund derer er derzeit nicht in die Schule gehen kann. Aber er freut sich, wenn er bald wieder zum Unterricht darf. Beim Fußball spielen vergisst er all das, geht aus sich heraus und lacht.
Ob bei unseren Patenkindern, in einer Schule, in einer Tagesheimstätte oder einfach auf der Straße: Freundlichkeit und Freude sind in den meisten Gesichtern zu lesen. Aber auch Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit, die sich nicht in Worte fassen lassen.
Was ist es, was am meisten berührt? Die Kinder zu sehen, für die wir Patenbeiträge und Sonderspenden bezahlen und mit denen wir in Briefkontakt stehen, ist das Eine. Das Umfeld zu sehen, in dem diese Kinder leben, ist jedoch das Andere. Es ist eine Armut, die wir uns in unserer Wohlstandswelt nicht einmal annähernd vorstellen können. Hunger und Durst bestimmen den Tag, und dennoch strahlen die Menschen Wärme, Herzlichkeit und Gelassenheit aus, die bei uns immer seltener zu finden sind. Es gibt vieles, was wir von Afrika noch lernen können.
Judith und Gerhard
Wir haben unsere drei Patenkinder in Swaziland persönlich kennen gelernt: Mcebo (dreijähriges Mädchen), Chamkile (sechsjähriges Mädchen) und Mfanukhona (neunjähriger Bub)